3 Tipps für mehr emotionale Sicherheit

23 Jan ‘23
5 min
Achtsamkeit
Gecontroleerd door Psychologe /-in Paul Hessels

Klimawandel, Energiekrise, Ukraine-Krieg: Die Schlagzeilen machen uns klar, dass wir nun schon seit einiger Zeit in „unsicheren Zeiten” leben. Das Problem? Je mehr Unsicherheit wir bewusst oder unbewusst erleben, desto ängstlicher und unruhiger werden wir. Zum Glück können wir auch in einer unsicheren Welt immer wieder zu einem Gefühl der (emotionalen) Sicherheit in uns selbst zurückkehren. Wie das geht, erfährst du in diesem Artikel.

 

Unruhe und Unsicherheit

 

Vielleicht erkennst du diese Situation wieder: Du erhältst eine unerwartete Rechnung – genau dann, wenn es ungünstig ist. Wenn du die Post öffnest, überkommt dich ein ungutes Gefühl, vielleicht legst du den Brief schnell weg und tust so, als hättest du ihn nicht erhalten, oder du nimmst dir vor, die Rechnung zu bezahlen, schiebst es aber immer wieder auf. Du reagierst auf die Situation anders, als du eigentlich willst. Warum ist das so?

 

Wenn wir uns nicht sicher fühlen, zum Beispiel aufgrund von Unruhe oder Unsicherheit, wird das autonome Nervensystem aktiviert. Das ist in Ordnung, wenn du dich tatsächlich in einer unsicheren Situation befindest – es aktiviert deinen Körper und ermöglicht dir zu reagieren (z. B. durch Kämpfen, Fliehen oder Erstarren). Aber in alltäglichen Situationen (z. B. wenn man eine Rechnung bezahlen muss), geht das oft nach hinten los.

 

Da die freigesetzte Energie nicht losgelassen werden kann, bleibt sie im Körper stecken. Dies führt zu Unruhe und Spannungen, die uns veranlassen, anders zu reagieren, als wir es gerne hätten. Wie wir reagieren, ist laut Psychologen Paul Hessels bei jedem anders, aber wir greifen oft auf Bewältigungsstrategien zurück, die für uns sicher sind.

 

Wenn wir uns nicht sicher fühlen

 

„Wir haben verschiedene Bewältigungsstrategien, um mit Gefühlen umzugehen, die wir nicht mögen“, erklärt Hessels. Oft handelt es sich dabei um Vermeidungsstrategien. „Wir können uns ablenken, uns betäuben, bestimmte Situationen vermeiden oder versuchen, das Problem zu lösen, indem wir (zu) viel darüber nachdenken. Letzteres führt oft zu Grübeln.“

 

Vielleicht stellst du fest, dass du dir viele Gedanken über die Unsicherheit in der Welt machst. Du versuchst, dich abzulenken, indem du zum Beispiel mit Freunden einen Kaffee trinkst, aber du merkst, dass du immer wieder darüber nachdenkst.

 

Wenn wir unruhige Gedanken haben, kann dies auch zu einer Aktivierung des autonomen Nervensystems führen. Das führt zu Unruhe im Körper, die man wiederum durch Ablenkung, Betäubung, Vermeidung der Situation oder (zu) viel Nachdenken zu bewältigen versucht – ein Teufelskreis.

 

Emotionale Sicherheit spüren

 

Obwohl es völlig normal ist, sich manchmal unsicher zu fühlen, ist das Gefühl der (emotionalen) Sicherheit wichtig für dein (mentales) Wohlbefinden. Es hilft dir, authentisch zu sein und das Beste aus dir und deinem Leben herauszuholen. Du erlebst auch mehr Frieden und fühlst dich mehr mit dir selbst und anderen verbunden. Aber wie kann man es schaffen, dass man sich in einer unsicheren Welt sicher fühlt?

 

1. Verbinde dich mit deinem Körper

 

Unruhige Gedanken können zu einer Aktivierung des autonomen Nervensystems und damit zu Unruhe im Körper führen. Wenn du deinen Körper beruhigst, kannst du auch deine Gedanken beruhigen. Da Geborgenheit ein Gefühl ist, das wir in unserem Körper erfahren, helfen Übungen, die sich auf den Körper konzentrieren (und dich mit ihm in Verbindung bringen), wie zum Beispiel Meditation, Yoga oder Atemübungen. Darüber hinaus ist Erdung eine einfache Möglichkeit, um wieder in den Körper zu gelangen und ein Gefühl der Geborgenheit zu erlangen.

 

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Eine Übung, die du zu jeder Tageszeit machen kannst, ist, dich für einen Moment aufrecht hinzusetzen, beide Füße auf den Boden zu stellen und den Boden unter deinen Füßen einen Moment lang wirklich zu spüren. Atme ein paar Mal tief ein und aus und beobachte, wie du dich fühlst. Manchmal hilft es, die Augen zu schließen und sich selbst zu sagen: „Ich bin sicher“ oder „Ich bin jetzt hier“. Eine weitere Möglichkeit, sich zu erden, ist ein Spaziergang im Freien, z.B. im Park.

 

2. Achtsam sein

 

Achtsamkeit kann dir auch helfen, dich wieder mit dir selbst zu verbinden bzw. ein Gefühl der Sicherheit in dir selbst zu erlangen. Achtsamkeit bedeutet, im Hier und Jetzt präsent zu sein. Wenn man (zu) viel nachdenkt, ist man nicht mehr im Hier und Jetzt, und Achtsamkeit kann einem helfen, wieder im Augenblick zu sein.

 

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3. Sei sanft zu dir selbst

 

Sanft mit sich selbst umzugehen ist eine wichtige tägliche Übung, die dir hilft, wenn du von Gefühlen der Angst und Unsicherheit überwältigt wirst. Im Online-Programm „Glaube an dich selbst“ findest du ein Modul über den sanften Umgang mit dir selbst.

 

Andere kleine Dinge, die helfen können, sind eine beruhigende Berührung oder Umarmung, eine vertraute Stimme, eine Verbindung zu einer Person, der du vertraust, oder – wenn du allein bist – eine Gewichtsdecke oder beruhigende Musik. Außerdem solltest du nicht zu lange in den sozialen Medien scrollen. Dies kann in erster Linie zu mehr Angstgefühlen führen.

 

Unterstützung in unsicheren Zeiten

 

Es ist ganz normal, dass man sich von Zeit zu Zeit unsicher fühlt. Glücklicherweise kannst du zu jeder Tageszeit zu einem Gefühl der Sicherheit in dir selbst zurückkehren.

 

Du fragst dich, wie ein*e Psycholog*in dir dabei helfen kann? Buche eine Erstberatung oder melde dich für eine Achtsamkeitseinheit an, 1:1 oder in einer Gruppe.