Mentales Wohlbefinden: Mindful Leadership

Während des Gesprächs: Praktiziertes Mitgefühl

Wenn es an der Zeit ist, mit deinem*deiner Mitarbeiter*in über mentales Wohlbefinden zu sprechen, ist es völlig normal, dass du als Führungskraft mit Fragen überhäuft wirst:

 

Was ist, wenn ich nicht die richtigen Worte finde? Was ist, wenn ich ein sensibles Thema auf die falsche Weise anspreche oder neugierig wirke? Wie kann ich professionell und fürsorglich bleiben? 

 

All diese Bedenken sind völlig normal, aber denk daran: Deine Aufgabe ist es nicht, die Probleme deiner Mitarbeiter*innen zu lösen. Dein Ziel ist es, dass sie sich verstanden und unterstützt fühlen.

💡Was tust du, wenn du merkst, dass dein*e Kolleg*in emotional wird oder nicht reden will?

Obwohl Empathie eine wertvolle menschliche Emotion ist, ist es für ein rationales und hilfreiches Gespräch über mentales Wohlbefinden wichtig, dass du deine eigenen Emotionen im Zaum hältst und nicht den emotionalen Zustand deiner Kolleg*in spiegelst.

 

Erfahre hier mehr darüber, wie Marcel mit solchen Situationen umgeht:

📖 Willst du mehr erfahren? Als Nächstes besprechen wir die wichtigsten Bestandteile eines Gesprächs über mentales Wohlbefinden:

 

1. Aktives Zuhören

 

Aktives Zuhören bedeutet, dass du der anderen Person deine volle Aufmerksamkeit schenkst und nicht darauf wartest, dass du an der Reihe bist, zu sprechen. Dazu gehört auch, dass du Gedanken, die dich ablenken beiseite schiebst und der Versuchung widerstehst, dein Gegenüber zu unterbrechen oder deine Sichtweise darzulegen.

 

Aktives Zuhören bedeutet, nicht zu urteilen und die Botschaft genau so zu verstehen, wie sie ist, ohne sie durch deine eigenen Wahrnehmungen, Vorurteile oder Meinungen zu verzerren. 

 

Wenn du wirklich zuhörst, verstehst du den Standpunkt des Gesprächspartners, anstatt dir eine eigene Meinung zu bilden.

 

 

2. Vergewissere dich, dass du die Situation verstehst


Mündliche Kommunikation kann schwierig sein, besonders wenn sie persönlich oder emotional wird. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, was die andere Person sagt, anstatt zu versuchen, die Lücken zu füllen. 

 

Um sicherzustellen, dass du die Sichtweise deines*deiner Kolleg*in verstehst, wiederhole, was er*sie gesagt hat, aber in deinen eigenen Worten, zum Beispiel: Also, ich verstehe, dass du…”

 

 

Schließlich solltest du nicht zögern, Fragen zu stellen. Wenn du nachfragst, zeigt das, dass du wirklich an dem interessiert bist, was dein Gegenüber zu sagen hat.

 

3. Sei dir deiner eigenen Gefühle und Vorurteile bewusst

 

Ein wirklich einfühlsames Gespräch findet statt, wenn du dir deiner eigenen Gefühle bewusst bist. Ohne diese Selbsterkenntnis könnten sich deine Emotionen und Vorurteile negativ auf das Gespräch auswirken. 

 

Hier sind einige Tipps, die dir dabei helfen:

Hab keine Angst vor der Stille:

Viele Menschen empfinden Stille als unangenehm und beeilen sich, das Gespräch mit Geplapper zu füllen. Die Stille kann jedoch zum Nachdenken anregen und führt oft zu tieferen Einsichten.

Widerstehe dem Drang, Probleme zu lösen:

Wenn deine*e Mitarbeiter*in von einer persönlichen Herausforderung erzählt, bist du vielleicht versucht, Ratschläge oder Lösungen zu geben, ohne dass dein*e Kolleg*in damit einverstanden ist. Wenn er nicht darum bittet, ist dies nicht der richtige Zeitpunkt, um Ratschläge zu erteilen.

Sei dir deiner persönlichen Vorurteile bewusst:

Hast du dir ein Urteil über die Situation gebildet? Wenn du dir dessen nicht bewusst bist, könnte es passieren, dass du nach Informationen suchst, die deine Annahmen untermauern, anstatt zuzuhören und Empathie zu zeigen.

Zeit zu üben

Wende die Strategien, die du gerade gelernt hast, in Rollenspielen praktisch an. Du kannst dich mit einer anderen Führungskraft, einem*einer Kolleg*in aus der HR-Abteilung oder einem*einer Psycholog*in von OpenUp zusammentun. Du schlüpfst in die Rolle deiner Führungskraft und führst ein Gespräch über mentales Wohlbefinden, während dein*e Mitarbeiter*in in die andere Rolle schlüpft.

 

Achte darauf, dass du alle wichtigen Punkte eines einfühlsamen Gesprächs beachtest: aktiv zuhören, volles Verständnis aufbringen und dir deiner eigenen Emotionen und Vorurteile bewusst sein.