Erfolgreiches Onboarding: Durchstarten statt anfangen

15 Feb ‘23
3 min
Arbeitsleistung
OpenUp Redaktion
Gecontroleerd door Psychologe /-in Judith Klenter
onboarding
Direkt durchstarten und gute Leistungen erbringen: Das wünschen sich doch alle Manager*innen von ihren neuen Teammitgliedern. Damit das gelingt, braucht es jedoch einen guten Onboarding-Prozess. Dadurch lernen neue Mitarbeitende Schritt für Schritt ihre Aufgaben kennen und fühlen sich sicher, was wiederum die Wahrscheinlichkeit, vorzeitig auszuscheiden, verringert.

 

In diesem Artikel klären wir, warum gutes Onboarding sowohl für Unternehmen als auch für Mitarbeitende entscheidend ist und wie du einen Onboarding-Prozess auch virtuell umsetzen kannst.
 

7 Gründe für gutes Onboarding

 

1. Schafft ein sicheres Umfeld für neue Mitarbeitende

 

Ganz egal, ob es sich um die erste Stelle nach dem Abschluss handelt oder ob jemand aus einem anderen Unternehmen in den neuen Job wechselt: ein neuer Arbeitsplatz ist oft mit Aufregung verbunden. Ein gutes Onboarding kann den Druck verringern.

 

Das ist wichtig, denn mehr als 70 Prozent der jungen Beschäftigten geben an, dass sie nach ihrem Arbeitsplatzwechsel einen „Wechselschock“ erlebt haben: Das Unternehmen oder die Stelle erwies sich doch nicht als so rosig, wie sie es sich vorgestellt hatten.

 

Mitarbeitende brauchen ein Umfeld, in dem sie sich unterstützt, respektiert und gehört fühlen und als kompetente Person wahrgenommen werden. Wenn sie diese Erfahrungen vom ersten Moment an machen, spiegelt sich das in ihrer Leistung wider. Denn wer sich gut fühlt, ist auch leistungsfähiger. Und der Grundstein hierfür wird mit einem guten Onboarding-Prozess gelegt.

 

2. Verhindert psychische Herausforderungen
 

Prävention ist besser (und einfacher) als Heilung. Setze daher bereits während des Onboardings auf einen ganzheitlichen Ansatz für das psychische Wohlbefinden deiner Mitarbeitenden.

 

Ein wichtiger Teil davon ist es, Gespräche über die mentale Gesundheit zu führen. Indem du dieses Thema vom ersten Tag an aufgreifst, zeigst du, dass es normal und gut ist, offen über Probleme und Sorgen zu sprechen. Auf diese Weise erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, dass deine Mitarbeitenden bei Stress, einer hohen Arbeitsbelastung, mangelnder Motivation und anderen Problemen Hilfe suchen.

 

Informiere dich über die hierfür zur Verfügung stehenden Ressourcen, z. B. eine Vertrauensperson und Gespräche mit den Psycholog*innen von OpenUp. Weise außerdem darauf hin, dass auch deine Tür immer offen ist.

 

3. Entlastet die vorhandene Belegschaft

 

Wenn man als Unternehmen kein (gutes) Onboarding anbietet, bedeutet das, dass jemand anderes dies übernehmen muss. Und das ist die vorhandene Belegschaft. Ohne es vielleicht zu merken, schiebst du ihnen so eine ganze Reihe von Aufgaben zu.

 

Angesichts der ohnehin schon hohen Arbeitsbelastung (u. a. aufgrund des Personalmangels) ist dies keine gute Idee. 20 Prozent der Mitarbeitenden erleben mehrmals pro Woche ein mittleres bis hohes Maß an Stress. In dieser Gruppe leiden 65 Prozent unter schlechtem Schlaf und 47 Prozent unter Angstzuständen. Dies führt wiederum zu schlechter Konzentration, geringerer Produktivität und vermehrten Fehlzeiten.

 

So gehen pro Arbeitskraft und Jahr 35,6 produktive Arbeitstage verloren. Entlaste deine Kolleg*innen und nimm ihnen das Onboarding ab.

 

4. Schafft starke kollegiale Beziehungen

 

Freundschaftliche und vertrauensvolle Beziehungen zwischen Kolleg*innen sind eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein angenehmes Betriebsklima. Daher liegt der Schwerpunkt eines guten Onboardings nicht nur auf Arbeitsinhalten, sondern auch auf den Beziehungen zum Team.

 

Dies erreichst du, indem du für neue Mitarbeitende zahlreiche Kennenlerntreffen einplanst, sowohl innerhalb des eigenen Teams als auch mit anderen Teams und auf allen möglichen Unternehmensebenen.

 

Denke außerdem über ein Mentor*innen-Programm nach, bei dem sich neue Mitarbeitende mit erfahrenen Kolleg*innen austauschen können. Oder auch an ein Buddy-Programm, das neue Mitarbeitende mit gleichaltrigen Kolleg*innen in Verbindung bringt.

 

Mit Mentor*in und Buddy können sich neue Mitarbeitende in einem geschützten Rahmen über arbeitsbezogene Herausforderungen unterhalten.

 

5. Macht auf verfügbare Tools aufmerksam

 

Jeder Mensch hat mit kleinen oder großen psychischen Herausforderungen zu kämpfen. Um zu verhindern, dass sich etwas Kleines zu etwas Großem auswächst (und letztlich vielleicht zu Fehlzeiten, Krankmeldungen oder einer Kündigung führt), sollten alle Mitarbeitenden wissen, an wen sie sich wenden können, um darüber zu sprechen.

 

Wenn du Zugang zu Tools wie OpenUp ermöglichst, dann erkläre ganz genau, wie die Plattform funktioniert. Informiere die Mitarbeitenden darüber, dass sie sich jederzeit an anerkannte Psycholog*innen wenden können, ohne Vorgesetzte oder die Personalabteilung einschalten zu müssen. Und dass nichts von dem, was im Rahmen dieser Gespräche behandelt wird, an den Arbeitgeber weitergegeben wird.

 

Das Beste: Wir helfen dir, diese Botschaft intern zu verbreiten.

 

6. Spart (indirekt) Personalbeschaffungskosten

 

Die besten Botschafter*innen sind deine Mitarbeitenden. Sind die Mitarbeitenden zufrieden, schwärmen sie in ihrem sozialen Umfeld (und auf Glassdoor) von den angenehmen Arbeitsbedingungen, die an ihrem Arbeitsplatz herrschen. Das erleichtert die Rekrutierung neuer Talente.

 

Der erste Eindruck vom neuen Arbeitsplatz ist dabei besonders wichtig. Denn Freund*innen stellen sich schließlich öfter Fragen wie „Wie war deine erste Arbeitswoche?“ als „Wie war deine 73. Arbeitswoche?“. Ein positiver Eindruck bedeutet positive Werbung.

 

Außerdem ist es weniger wahrscheinlich, dass neue Mitarbeitende das Unternehmen nach einem angenehmen Start direkt wieder verlassen. So sparst du wiederum die hohen Kosten für eine erneute Personalsuche.

 

7. Stärkt die Motivation

 

Bei einem guten Onboarding ist es wichtig, dass du auf die Erwartungen eingehst, die das Unternehmen an neue Mitarbeitende stellt (und umgekehrt) und betonst, warum dies wichtig ist.

 

Darüber hinaus erklärst du, was die Mission, die Werte und die Beweggründe des Unternehmens sind und willst sicherstellen, dass sich die neuen Mitarbeitenden damit identifizieren können. Das Gefühl, zu einem größeren (und wichtigen) Ganzen beizutragen, erhöht die Motivation und Produktivität der Mitarbeitenden.

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Aber wie erreichst du das virtuell?

 

Jetzt, da die Arbeit im Homeoffice und hybride Arbeitsformen immer mehr zur Normalität werden, findet auch das Onboarding zunehmend virtuell statt. Dies bringt eine Reihe von Herausforderungen mit sich:

 

  1. Für Mitarbeitende ist es schwierig, (zwischendurch) Fragen zu stellen
  2. Es lässt sich weniger gut feststellen, ob alle Informationen und erforderlichen Kenntnisse beim Gegenüber angekommen sind.
  3. Teammitglieder entwickeln weniger schnell eine Beziehung zueinander.
  4. Wenn Informationen nur über den Bildschirm aufgenommen werden, fühlt man sich irgendwann erschöpft oder überladen mit Informationen.
  5. Es ist schwieriger, zwischendurch eine entspannende Aktivität einzubauen.
  6. Es ist schwieriger, Emotionen und Körpersprache über einen Bildschirm zu vermitteln, was die Wahrscheinlichkeit für Missverständnisse und Fehlinterpretationen erhöht.

 

“Die Arbeit im Homeoffice ist ein bisschen wie eine Fernbeziehung. Wenn es keine ehrliche Fürsorge und Zuneigung gibt und keinen tieferen Grund dafür, belastbar zu sein, wird sie scheitern.“ – Kunal Shah, Gründer von CRED

 

Ein erfolgreiches virtuelles Onboarding

 

Daher empfehlen wir, sich zumindest für das Onboarding persönlich vor Ort zu treffen – auch wenn neue Kolleg*innen in Zukunft im Homeoffice arbeiten werden. Ist dies wirklich nicht möglich? Dann können die folgenden Tipps helfen:

 

  1. Bereite die Mitarbeitenden gut vor. Sende im Vorfeld eine Agenda mit einer kurzen Übersicht über die zu besprechenden Themen. So kann man sich bereits Gedanken über mögliche Fragen machen.
  2. Teste die Technik im Voraus und bitte die Teilnehmenden dies ebenfalls zu tun. Dann musst du dich während des Meetings nicht mit Dingen herumschlagen, die nicht funktionieren.
  3. Schicke den neuen Mitarbeitenden ein Willkommenspaket mit nützlichen und schönen Dingen. Dies können zum Beispiel ein Notizbuch, ein Stift, leckere (gesunde) Snacks für den Tag und gegebenenfalls nützliche Dokumente und Materialien für Spiele sein, die im Rahmen des Onboardings stattfinden.
  4. Bitte zwischendurch mehrmals um Feedback, damit du den Ablauf und den Inhalt bei Bedarf anpassen kannst.

 

Ein guter Start ist schon die halbe Miete. Mit einem guten Onboarding sorgst du dafür, dass sich neue Mitarbeitende willkommen, wertgeschätzt und gut aufgehoben fühlen und ihre Arbeit voll Selbstvertrauen und Motivation aufnehmen können.

 

 

OpenUp ist ein hilfreiches Tool sowohl für neue, als auch für erfahrene Mitarbeiter*innen. Wir wissen, was es heißt, ein geschütztes Umfeld zu schaffen, Mitarbeitende zu motivieren und einzubinden.

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